Ich hatte das ausserordentliche Vergnügen, die ersten Folgen der neuen BBC-Serie Sherlock zu sehen. Mein Fazit: Extraklasse. Die Serie ist in die Gegenwart überführt worden. Sherlock Holmes ist ein Querkopf, der zwar von der Polizei als Spezialist hinzugezogen wird, aber auch als Psycho- oder Soziopath (je nach Sichtweise) verschrien ist. Dr. John Watson ist ein Kriegsveteran (Afghanistan), der sich mehr schlecht als recht im normalen Leben zurechtfinden kann. Die beiden werden «zufällig» zu WG-Partnern und bearbeiten dann auch sogleich den ersten Fall miteinander: eine Serie von merkwürdigen Selbstmorden…

Viele bekannte Elemente wurden aktualisiert, z.B. statt Pfeife rauchen entwöhnt sich Sherlock mit Nikotinpflaster, ausserdem ist er ein SMS-Fanatiker. Die Serie ist witzig, schnell und visuell innovativ, z.B. durch Einblendung von Kurzmitteilungen, die Holmes gerne mal umherschickt. Watson führt nach seiner Rückkehr aus dem Krieg einen Blog, den gibt es «wirklich» unter http://www.johnwatsonblog.co.uk/.

Cumberbatch und Freeman

Die Schauspieler Benedikt Cumberbatch (SH) und Martin Freeman (JW) sind in unseren Breitengraden eher unbekannt aber gut – und das Setting ist nicht nur für London-Fans eine willkommene Abwechslung zu den amerikanischen Grossstädten.

Die erste Staffel besteht aus drei Teilen à 90 Minuten und einem nicht ausgetrahlten Piloten. Die ARD plant die Serie im kommenden Jahr exklusiv auszustrahlen, eine DVD-Box ist bisher nur in Englisch erschienen. Die BBC hat angekündigt, die Teile 4-6 im Herbst 2011 auszustrahlen. Wer die BBC-Sender empfangen kann, sollte die Augen offen halten, denn die Folgen 1-3 werden laufend wiederholt. Und wer der englischen Sprache etwas mächtig ist, sollte sowieso unbedingt die englischen Originalfassungen sehen, alleine Cumberbatch ist die Mühe Wert.